FREUNDiNNEN DES AMBULATORIUMS
 

Das Ambulatorium

Die ehemalige Krankenstation wurde seit 1999 als Raum für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Wo einst Zähne gezogen wurden, entstand ein Ort für Kleinkunst und Unplugged-Konzerte. Der Raum eignet sich in besonderer Weise für Varieté-Veranstaltungen, Tanz- und Theater-Präsentationen. Durch die besondere Akustik, die die Holzdecke bietet, haben sich Jazz- MusikerInnen in den vergangenen Jahren in den Raum „verliebt“. Regelmäßig spielten hier Kinder und Jugendliche des Zirkus Zack oder ArtistInnen des Vereins zur Überwindung der Schwerkraft e.V.. Mit „Familiensonntagen“ bewegte der Zirkus Zack generationsübergreifend alle Familienmitglieder im gemeinsamen Ausprobieren von Zirkustechniken. In Zusammenarbeit mit externen Trägern traten hier aber auch Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung auf. Als erfolgreiche Veranstaltungsreihen waren es die „Chaussee der Enthusiasten“ als Lesebühne und das „Sofa- Varieté“, die zu wahren Publikumsmagneten wurden. Regelmäßig spielte das Obdachlosentheater „Ratten 07“. Die Kulturkantine „Kuka“ bot Raum für den vereinsinternen Austausch. Das Ambulatorium wurde zum „Herzstück“ des RAW-tempel. Im Ambulatorium konnte der Verein seiner GastgeberInnenfunktion gerecht werden und etliche Gastproduktionen beherbergen, Abschlusspräsentationen von Austauschprogrammen und Seminaren durchführen.

Der BürgerInnensaal "Ambulatorium"

Der Teilbezirk Friedrichshain weist vergleichsweise wenige Räume der Größenordnung des Ambulatoriums auf. Bis zu 180 Personen auf. Während der Bevölkerung Kreuzbergs 6 BürgerInnenhäuser zur Verfügung stehen gibt es in Friedrichshain nichts Vergleichbares. Durch die Entwicklung von Standards wird diesem Defizit entgegengewirkt. Dazu gehört, dass das Ambulatorium neben der Präsentationsfläche für den Verein und dem Ausbau der Kleinkunst-, Tanz- und Theaterbühne auch als BürgerInnensaal, direkt den Bedürfnissen der Nachbarschaft zugute kommt, indem der Raum auch für Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen zu gesellschaftlich relevanten Themen zur Verfügung stehen wird. Darüberhinaus werden in den Vormittagsstunden Projektwochen und Angebote für Kitas und Schulen stattfinden. Ein besonderes Augenmerk erhalten Veranstaltungen mit integrativem Ansatz für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen.

Die FreundInnen des Ambulatoriums

Das Ambulatorium wird weiterhin unter der Verwaltung des RAW-tempel e.V. verbleiben. Die Zukunft und Inhalte werden von dem Zusammenschluss "FreundInnen des Ambulatoriums" bestimmt. Diese Gruppe hat sich zur Aufgabe gestellt anstehende Baumaßnahmen zum Bestandsschutz, zu begleiten, inhaltliche Schwerpunkte zu setzten und als Interessenvertretung in der Öffentlichkeit zu fungieren. Zur Kerngruppe der NutzerInnen gehören die „Chaussee der Enthusiasten“, ein Zusammenschluss Berliner Schriftsteller, das „Sofa Varieté, als Kleinkunstbühne“ und die „Kulturkantine“, die Volksküche mit kulturellem Rahmenprogramm. Desweiteren gehören das bekannte Obdachlosentheater „Ratten 07“ und der Kinderzirkus „Zack“ zu den langjährigen NutzerInnen. Mitgetragen wird das Projekt bislang von Organisationen und Vereinen mit ähnlicher Ausrichtung der Zielsetzung wie der RAW-Tempel e.V. sie hat. Besonders die Vernetzung mit dem Stadteilbüro Friedrichshain und die Unterstützung durch die Friedrichshain-Kreuzberger BVV tragen zur Konzeptentwicklung „BürgerInnensaal“ in diesem Kiez bei. Des Weiteren zählen zu den UnterstützerInnen Organisationen, Vereine und Einzelpersonen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Auf der politischen Ebene hat die BVV Friedrichshain-Kreuzberg Unterstützung zugesagt und in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilbüro Friedrichshain wird am Konzept des "Bürgersaals für Friedrichshain" gearbeitet.

Lehren, Lernen und Ausbilden

Die wohl wichtigste Neuerung in der Organisation des Ambulatoriums wird das Personal betreffen. Der tägliche Betrieb wird ausschließlich von Auszubildenden gewährleistet. Unter fachmännischer Anleitung werden alle kaufmännischen, technischen und gastronomischen Belange in Theorie und Praxis gelehrt und gelernt. Dieses betreute "Lehrlingswerk" ist in Zusammenarbeit mit der IHK Berufschule entwickelt worden, damit die Auszubildenden sozusagen am "lebendem Objekt" dezidierte Kenntnisse und Fähigkeiten erlangen. In Kooperation mit Konzertagenturen aus dem privatwirtschaftlichen Bereich und staatlichen Theaterbühnen absolvieren sie Praktika. Unter Vermittlung des Dachverbandes der Soziokulturellen Zentren Deutschlands nehmen sie an einem Austauschprogramm mit dem englischen Kulturzentrum "The Junction" in Cambrigde teil.

(2009/07/22)